Gas-Lexikon
Brennwert, Zustandszahl, CO2-Preis: Begriffe rund um Gas und Heizen einfach erklärt.
Heizung
Eine Brennwerttherme ist ein Gasheizgerät, das zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas nutzt und dadurch Brennstoff spart.
Fernwärme ist Wärme, die zentral erzeugt und über ein isoliertes Rohrleitungsnetz zu Gebäuden transportiert wird.
Flüssiggas ist ein unter Druck verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan, das in Tanks gelagert wird und ohne Gasnetzanschluss zum Heizen dient.
Eine Gasetagenheizung versorgt eine einzelne Wohnung mit einem eigenen Gasgerät mit Wärme und häufig auch mit Warmwasser.
Beim hydraulischen Abgleich wird ein Heizsystem so eingestellt, dass jeder Heizkörper genau die benötigte Menge Heizungswasser erhält.
Bei der Schornsteinfeger-Messung prüft der Schornsteinfeger Abgaswerte und Sicherheit von Feuerungsanlagen wie Gasheizungen.
Ein Thermostatventil regelt den Zufluss von Heizungswasser in einen Heizkörper automatisch nach der gewünschten Raumtemperatur.
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das erwärmte Heizungswasser vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern fließt.
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie mit Strom auf ein zum Heizen nutzbares Temperaturniveau.
Messung und Technik
Der Balgengaszähler ist der in Haushalten übliche Gaszähler, der das Gasvolumen über bewegliche Messkammern mit Bälgen erfasst.
Der Brennwert gibt an, wie viel Energie bei vollständiger Verbrennung eines Kubikmeters Gas einschließlich der Kondensationswärme frei wird.
H-Gas ist hochkalorisches Erdgas mit hohem Methananteil und entsprechend hohem Energiegehalt pro Kubikmeter.
L-Gas ist niederkalorisches Erdgas mit geringerem Methananteil und niedrigerem Energiegehalt pro Kubikmeter als H-Gas.
Gasgeruch ist ein Warnzeichen für austretendes Gas, das durch zugesetzte Duftstoffe wahrnehmbar gemacht wird und sofortiges Handeln erfordert.
Der Gaszähler misst das Volumen des verbrauchten Gases in Kubikmetern und bildet die Grundlage für die Abrechnung.
Der Heizwert gibt die bei der Verbrennung nutzbare Wärmemenge an, ohne die Kondensationswärme des entstehenden Wasserdampfs.
Die Kilowattstunde (kWh) ist die Abrechnungseinheit für Gas, in die das gemessene Gasvolumen über Brennwert und Zustandszahl umgerechnet wird.
Der Kubikmeter ist die Volumeneinheit, in der Gaszähler das durchgeflossene Gas erfassen, bevor es in Kilowattstunden umgerechnet wird.
Die Marktlokations-ID ist eine elfstellige Kennung, die eine Gas-Entnahmestelle im Energiemarkt eindeutig bezeichnet.
Die Marktraumumstellung bezeichnet die schrittweise Umstellung von Gasnetzen und Gasgeräten von L-Gas auf H-Gas.
Die Zustandszahl rechnet das am Zähler gemessene Gasvolumen unter Berücksichtigung von Druck und Temperatur auf einen Normzustand um.
Tarif und Preis
Der Arbeitspreis ist der Preis für jede verbrauchte Kilowattstunde Gas und bildet den verbrauchsabhängigen Teil der Gasrechnung.
Die Energiesteuer ist eine Verbrauchsteuer auf Energieerzeugnisse wie Erdgas, die pro Kilowattstunde erhoben und über den Gaspreis getragen wird.
Die Gasspeicherumlage finanzierte Kosten für die Befüllung der Gasspeicher zur Sicherung der Versorgung und wurde über die Gaspreise erhoben.
Der Grundpreis ist ein fester Betrag pro Monat oder Jahr, der unabhängig vom Gasverbrauch für den Gasanschluss mit Liefervertrag anfällt.
Die Konzessionsabgabe ist das Entgelt, das Gasnetzbetreiber an Gemeinden für die Nutzung öffentlicher Wege für ihre Leitungen zahlen.
Das Netzentgelt ist die Vergütung für die Nutzung des Gasnetzes und wird über den Gaspreis an den Netzbetreiber weitergereicht.
Der Neukundenbonus ist eine einmalige Gutschrift für neue Gaskunden, die meist nach einer Mindestbelieferungsdauer verrechnet wird.
Eine Preisgarantie sichert für einen festgelegten Zeitraum zu, dass bestimmte Bestandteile des Gaspreises nicht erhöht werden.
Umwelt und Politik
Biogas entsteht durch die Vergärung organischer Stoffe und kann aufbereitet als Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist werden.
Der CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz verteuert fossile Brennstoffe wie Erdgas entsprechend ihrer CO2-Emissionen.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt energetische Anforderungen an Gebäude und den Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen.
Bei der Wasserstoffbeimischung wird dem Erdgas im Netz ein Anteil Wasserstoff zugesetzt, um den CO2-Ausstoß bei der Verbrennung zu senken.
Vertrag und Recht
Der Abschlag ist eine regelmäßige Vorauszahlung auf die erwarteten Gaskosten, die mit der Jahresabrechnung verrechnet wird.
Die Ersatzversorgung sichert die Gaslieferung übergangsweise, wenn Gas ohne gültigen Liefervertrag entnommen wird.
Eine Gassperre ist die Unterbrechung der Gasversorgung durch den Netzbetreiber im Auftrag des Lieferanten, meist wegen Zahlungsrückständen.
Der Grundversorger ist der Gasversorger, der in einem Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert und zur Grundversorgung verpflichtet ist.
Die Grundversorgung ist die gesetzlich gesicherte Gaslieferung an Haushaltskunden durch den Grundversorger zu allgemeinen Bedingungen und Preisen.
Die Heizkostenabrechnung verteilt die Kosten einer zentralen Heizungsanlage auf die einzelnen Wohnungen eines Gebäudes.
Die Heizkostenverordnung regelt, wie Heiz- und Warmwasserkosten in Gebäuden mit zentraler Versorgung verbrauchsabhängig verteilt werden.
Die Jahresabrechnung stellt den tatsächlichen Gasverbrauch eines Abrechnungszeitraums den gezahlten Abschlägen gegenüber.
Der Gasnetzbetreiber betreibt und wartet das Gasnetz in einem Gebiet und ist bei Störungen und Gasgeruch zuständig.
Die Schlichtungsstelle Energie klärt Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Gasversorgern, Netz- oder Messstellenbetreibern außergerichtlich.
Das Sonderkündigungsrecht erlaubt die Kündigung eines Gasvertrags ohne reguläre Frist, insbesondere bei einseitigen Preiserhöhungen.
Ein Sondervertrag ist ein Gasliefervertrag außerhalb der Grundversorgung mit frei gestaltbaren Laufzeiten, Preisen und Bedingungen.